• Senioren Pflegeheim.

25 Jahre Seniorenheim Heel

Jürgen Heel hatte sich nach seiner Ausbildung zum Betriebswirt entschlossen, nochmals die Schulbank zu drücken. Während seiner folgenden Ausbildung zum staatlich anerkannten Masseur in Boppard lernte er Burgunde kennen. Die beiden heirateten und eröffneten 1979 nach erfolgreicher Prüfung ihre eigene Massagepraxis im „Haus des Gastes“ in Hochwaldhausen. Insgesamt zehn Jahre lang lösten sie so bei ihren Patienten die Verspannungen und waren mit der gut gehenden Praxis ganz zufrieden.

Doch bald wurden die Eltern Jürgen Heels zu alt, die Ferienpension in gewohnter Weise weiter zu führen. Eine neu gefundene Pächterin für das große Haus in der Waldstraße war nach nur drei Monaten wieder verschwunden und die Pension drohte zu verwaisen. Burgunde und Jürgen Heel entschlossen sich, diese zu übernehmen. Bezahlten das Haus auf Rentenbasis an die Eltern ab und machten sich mit viel Schwung an die nicht so einfache Aufgabe, in die Rolle der Pensionswirte zu schlüpfen, während sie gleichzeitig die Massagepraxis weiterführten.

Diese zusätzliche Mehrarbeit erfuhr aber schon 1982 einen heftigen Umbruch. Drei betagte Damen, die eigentlich als Gäste in der Pension residierten, beschlossen dauerhaft in ihren angemieteten Räumen zu wohnen. „Wir ziehen hier nicht mehr aus“, wurden die jungen Leute damals von dem Beschluss in Kenntnis gesetzt. Alle Überredungskunst von Jürgen und Burgunde Heel, alles Appellieren an die Vernunft, was denn bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit geschehen würde, stieß bei den resoluten Damen auf taube Ohren.

Nach langen Überlegungen knüpften die beiden schließlich Kontakt zum Versorgungsamt Fulda und stellten ihr „Projekt Seniorenheim“ vor. Hier kam ihnen zum einen die Ausbildung Jürgen Heels zum Betriebswirt, zum anderen die lange Erfahrung im Bereich der medizinischen Massage zu Gute.

Bereits Ende 1982 bekam das Ehepaar Heel die Genehmigung zur Einrichtung eines Senioren-Pflegeheims, unter der Bedingung, für die Pflege eine examinierte Schwester einzustellen.

„Ich wollte nie ein Altenheim leiten. Ich war doch noch so jung. Und dann nur von alten Menschen umgeben... Das konnte ich mir nicht vorstellen. Und nun machen wir das schon seit fünfundzwanzig Jahren. Und ich mache das immer noch gerne!“ Fasst Burgunde Heel ihre Gedanken zu der damals nicht leichtfertig getroffenen Entscheidung zusammen, die ihr weiteres Leben bis heute geprägt hat.

1984 wurde die ehemalige Pension für die neu entstandenen Bedürfnisse umgebaut. Dort wo sich einst das Schwimmbad für Kurgäste befunden hatte, entstanden moderne Zimmer. Das Haus fasste damals 33 Betten, doch diese Kapazität erwies sich schon bald als zu gering. Eine zweite Umbaumaßnahme erfolgte in den Jahren 86/87. Seitdem können 55 Menschen unterschiedlicher Pflegebedürftigkeit hier in dem Seniorenheim betreut werden. Damit alles jederzeit gut läuft, stehen insgesamt mehr als 40 Angestellte bereit, die sich, unterstützt von ehrenamtlichen Helfern, rund um die Uhr um die verschiedenen Belange der Einwohner kümmern.

1992 verliebte sich Jürgen Heel dann in eine alte, baufällige Jugendstil-Villa in Bad Orb, die heute mit 27 Betten ein sehr ansprechendes Wohnheim für alte Menschen und ein Schmuckstück für den Ort darstellt. Seit Mitte des Jahres 99 fand die Idee einer eigenständigen Senioren- Wohngemeinschaft ebenfalls in Hochwaldhausen ein passendes Zuhause. In dem Gebäude neben der Senioren-Residenz wurden die Räume so umgebaut, dass sie Platz bieten für drei Bewohner, die jeder über ein eigenes Zimmer mit Bad verfügen. Die Küche und das großzügige Wohnzimmer stehen den Mietern zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung, ebenso wie eine Sauna. Wer möchte kann sich selbst versorgen, bei Bedarf kann aber auch kurzfristig der Service des Heims dazugebucht werden.

Lauterbacher Anzeiger (ku) - 14.06.2008

 

««« zurück zu 25 Jahre